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Eigenschaften

Zirkoniumdioxid ZrO₂ (= Zirkonoxid) wurde erstmals 1789 von dem deutschen Chemiker M. H. Klaproth entdeckt, geriet aber wieder in Vergessenheit. Erst in den letzten Jahrzehnten wurde dieses über hervorragende Eigenschaften verfügende "Wundermaterial" wiederentdeckt. Derzeit wird Zirkonoxid in unterschiedlichen Varianten als Metallersatz für industrielle Anwendungen und vor allem in der Zahnmedizin eingesetzt. Dieses Material besticht durch seine ausserordentlichen Eigenschaften wie hohe Biegefestigkeit (über 1000 MPa), Härte (1200–1400 Vickers) und Weibull Modulus (10–12).

Zur nochmaligen Verbesserung der Materialeigenschaften werden Spuren von Yttrium beigemischt um die optimale Materialstruktur zu stabilisieren. Die Zugabe geringer Mengen Aluminiumoxid steigert die Biegefestigkeit von Zirkonoxid. Zirkonoxid wird zur Fabrikation von Küchenmessern, industrieller Schneidwerkzeuge und thermomechanisch stark beanspruchter Teile in der Automobil- und Flugzeugindustrie verwendet. Neben seiner grossen Festigkeit zeichnet es sich durch seine hervorragende Biokompatibilität aus. Aus diesem Grunde wird Zirkonoxid verstärkt in der Medizin (Gehör-, Finger- und Hüftendoprothesen) und der Zahnmedizin (Wurzelstifte, Kronen- und Brückenversorgungen, Implantate, Implantabutments) verwendet.

Die Zahnfarbe des Zirkonoxids und die biotechnischen Charakteristiken erlauben die Herstellung von biokompatiblen, qualitativ hochwertigen und ästhetischen Zahn- und Implantatrekonstruktionen. Neben vielen tierexperimentellen Studien zur grundsätzlichen Eignung der dentalen Zirkonoxidimplantate wurde der erfolgreiche Einsatz von dentalen Zirkonoxidimplantaten in einer Reihe von klinischen Studien dokumentiert. Dentale Zirkonoxidimplantate werden seit über 5 Jahren in einer zunehmenden Anzahl von Fällen erfolgreich klinisch eingesetzt.